Sonnenbrillen trotz andauerndem Regen – an Style mangelt es in den Fotografiska Days in der Oberlandstraße nicht. Vom 23. Bis zum 25. März beherbergten die Atelier Gardens die „Cultural Fabric“-Ausstellung des schwedischen Fotomuseums Fotografiska: eine Veranstaltung, die einiges an Publikum in die Industriezone südlich des Tempelhofer Felds zog.

Einmal durch das Tor, links vorbei and den Bürogebäuden der Atelier Gardens und gerade aus bis zur großen, mit TON 1 beschrifteten Halle. Man merkt den Besucher*innen die Aufregung an, wie sie untereinander tuscheln und voller Neugierde in die Halle hinter der Eingangskontrolle spähen.

Ein buntgemischtes Programm

Dort fanden über drei Tage hinweg eine Reihe von Veranstaltungen rund um die Themen Kunst und Mode statt. Neben einer Ausstellung, in der die Werke von neun international renommierten Künstler:innen präsentiert wurden, setzte sich das Programm auch aus Podiumsdiskussionen, Filmprojektionen, einem Ballroom Showcase von So Extra Berlin und einer großen Abschlussparty zusammen.

Das Ziel war es, die Verbindung zwischen den Mode- und Kunstwelten zu hinterfragen. Im Zentrum stand in diesen Tagen die Frage, wie gesellschaftliche Integrität und künstlerische Independenz aufrechterhalten werden können.

Kunst, Mode, oder doch eher politisches Statement?

Der Übergang zwischen Kunst, Mode und Aktivismus ist hier teils fließend. Das sagte zumindest Künstlerin Šejla Kamerić über sich selbst: „Meine Werke sind eine direkte Reaktion auf meine Umweltbesorgnis“. Die Bosnierin bedruckt gebrauchte Anziehsachen, die von Westeuropa in den Osten verschickt werden mit dem Slogan „The Party is Over“ und bringt sie zurück, zum Beispiel nach Berlin, wo sie sie ausstellt oder verschenkt. Im Visier ihrer Kritik ist dabei die sogenannte „Fast Fashion“.

Auch mit Fragen der kulturellen Zugehörigkeit und Identität befasste sich die Ausstellung. Zum Beispiel durch Mous Lamrabats Fotografien. Darauf sind Menschen mit traditionell muslimisch-geprägten Anziehsachen wie Djellabas zu sehen. Oft nur auf einen zweiten Blick erkennbar sind auf den Bildern die Logos des westlichen Kapitalismus: Hier ein Nike-Haken, da ein McDonalds „M“ und dort SpongeBob Schwammkopf. Denn, so sieht es auch Künstler Jojo Gronostay, „ähnlich wie Stoff ist Kultur etwas verwobenes“.

Diese oft noch übersehene oder verniedlichte Form der Kunst traff auf offene Ohren, zumindest beim Berliner Publikum. In der vollgepackten Atelier Gardens Kantine, vor den Kunstwerken, bei den Fragerunden, oder auch bei der Zigarette vor TON 1 wurde angeregt diskutiert. Ein offensichtlicher Erfolg für die Kollaboration zwischen Fotografiska und den Atelier Gardens!

Erfahren Sie mehr über Fotografiska Berlin.

 

"Similar to fabric, culture is something interwoven."

-
Jojo Gronostay

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